Künstler*innen & Projekte

Aid A verfügt über Mittel, Einzelkünstler*innen und Gruppen zu unterstützen, die im Sinne der Satzung von Aid A Hilfe in Anspruch nehmen können.

Zögern Sie nicht, sich bei uns zu melden, wenn Sie jemanden kennen, der Unterstützung benötigt oder wenn Sie selber Hilfe brauchen.

Silvanos Mudzvova

Aid A  hat den simbabwischen Bühnenautor, Performancekünstler und Aktivisten Silvanos Mudzvova mit seinem neuesten Stück King of Mutapa nach Hamburg eingeladen.

Das satirische Ein-Personen-Stück erzählt über afrikanische Diktaturen und über Könige, die im vorkolonialen Afrika mit eiserner Faust bis zu ihrem Tod regieren konnten. Mudzvova, der das Theaterstück 2017 als Stipendiat an der Universität von Manchester schrieb, macht vor allem deutlich, wie sich auch die heutigen afrikanischen Herrscher immer noch an den Methoden des 18. Jahrhunderts orientieren. Mit King of Mutapa setzt Silvanos Mudzvova seine regimekritische Theaterarbeit im Exil fort. Zuvor hat der Aktivist mit seinen Theaterstücken und Aktionen im öffentlichen Raum unermüdlich und unerschrocken in Simbabwe gegen das repressive Regime des ehemaligen Präsidenten Robert Mugabe protestiert und sich für mehr Demokratie und LGBT-Rechte in seinem Land eingesetzt. Mehrfach wurde Mudzvova wegen seiner künstlerischen Guerilla-Aktionen verhaftet, entführt und gefoltert, zuletzt im September 2016. Seitdem ist er linksseitig gelähmt. Mudzvova, der in Manchester lebt und arbeitet gründete 2017 den Online TV-Kanal BhanditiTV, als alternativen Medienkanal für Simbabwe. Im gleichen Jahr wurde er mit dem Václav Havel Prize for Creative Dissent ausgezeichnet, 2018 war er für den Freedom of Expression Award nominiert.

Aid A ermöglicht die Uraufführung des Stückes in Hamburg, übernimmt die Künstlerhonorare, die Theatermiete, Reisekosten und Unterbringung für Silvanos Mudzvova und für den Musiker Björn Norrgård.

Mazen Bou Assi

Der syrische Geiger Mazen Bou Assi war bereits in seinem Heimatland als professioneller Musiker und Musiklehrer tätig. Er lebt aktuell in Berlin und engagiert sich ehrenamtlich als Musiker für die Vereine Peace Train Berlin, eine Kulturwerkstatt für Flüchtlingskinder und Jugendliche in Berlin sowie für den Berliner Begegnungschor, für den er unter anderem Auftritte mitorganisiert. Nach bestandener Aufnahmeprüfung an der Fachhochschule Clara Hoffbauer Potsdam studiert Mazen Bou Assi dort aktuell Musikpädagogik.

Aid A hat Mazen Bou Assi beim Kauf einer neuer Geige unterstützt, die er für seine Arbeit und sein Studium benötigt.

Wei Jingsheng

»Es gibt nichts, was mich zum Schweigen bringen könnte…«
Wei Jingsheng 1997 in einem Interview unmittelbar nach seiner Freilassung.

Der 1950 in Peking geborene Schriftsteller ist bis heute einer der bedeutendsten Regimekritiker Chinas, der sich nach fast 19-jähriger Haftzeit und späterer Abschiebung in die USA mit Vorträgen, Diskussionen und Aktionen unermüdlich für die Demokratisierung seines Heimatlandes einsetzt. Wei Jingshengs Eltern waren Mitglieder der kommunistischen Partei, er selbst besuchte Eliteschulen und wurde ein Kind des Systems.

Nach Maos Tod 1976 entbrannte ein Streit zwischen einem radikalen und liberalen Flügel der kommunistischen Partei um Den Xiaoping. Erstmals entstand in Peking eine Demokratiebewegung, dessen Zentrum eine Ziegelmauer wurde. An dieser Demokratiemauer gaben Aktivisten mit Wandzeitungen ihre Ideen bekannt, darunter auch Wei Jingsheng, dem das angekündigte Reformprogramm nicht ausreichte und als Antwort auf die »Vier Modernisierungen«, eine fünfte formulierte, in der er mehr Demokratie forderte.

Die Parteispitze reagierte prompt und ließ Wei und andere Aktivisten verhaften. In einem öffentlichen Schauprozess wurde der damals 29-jährige Wei Jingsheng zu 15 Jahren Haft verurteilt. Um die westliche Welt auf das Schicksal des Schriftstellers in aufmerksam zu machen und auf die Ungerechtigkeit hinzuweisen, hat die Gründerin von AIDA, Ariane Mnouchkine, den Prozess rekonstruiert und daraus ein Theaterstück gemacht, das 1984 erstmals in Paris aufgeführt wurde. Dieser Protest mit künstlerischen Mitteln aber auch das Handeln vieler westlicher Diplomaten und Politiker führte schließlich zur Freilassung Wei Jingshengs.

Aid A unterstützt weiterhin Wei Jingsheng und dessen eigene Stiftung. Der Schriftsteller war im Juli 2017 während des G20-Gipfels in Hamburg, um auf die aktuelle und immer noch bedenkliche Situation in seinem Land, vor allem in Bezug auf Menschenrechte und freie Meinungsäußerung, hinzuweisen.